EuGH-Urteil zu Like-Button von Facebook & Co.

Setzen Sie auch noch den Like-Button von Facebook ein

Wir kennen diese Like-Buttons alle noch von früher. Fast auf jeder Webseite fanden sich diese “Daumen-Hoch-Buttons” verbunden mit der Funktion die Webseite doch gleich in den sozialen Netzwerken zu teilen. Das funktionierte alles sehr schnell und unkompliziert.  Unkompliziert deshalb, weil die meisten Leute bereits mit Ihrem Facebook-Account eingeloggt sind, und der Klick auf den “Gefällt mir” Button sofort eine Information an Facebook weitergeleitet haben. So konnte dem Profil zugeordnet werden, dass Sie diese Seite oder das Thema mögen. Ihre Freundesliste bekam dann umgehend einen Hinweis, dass Sie diese Seite oder den Artikel “geliket” haben. 

Wie praktisch für Facebook

Sie lesen richtig. Nicht nur für Sie war diese Art Ihre Gefallen auszudrücken praktisch. Richtig praktisch war diese Funktion vor allem für Facebook und deren Analysefähigkeiten. Denn mit jedem Like geben Sie auch Facebook die Information, dass Sie an gewissen Themen interessiert sind. Das können Webseiten, Foren, Artikel in Online-Shops und vieles mehr sein. Kurzum. Facebook hat so schon in der Vergangenheit eine Menge Information über Sie erhalten und konnte so gezielt Werbung auf Ihre Persönlichkeit ausrichten. Sie haben ja Facebook freiwillig mitgeteilt, was Sie mögen. 

Die Freiwilligkeit hat jedoch auch bei Facebook Grenzen

Leider war und ist es Facebook jedoch auch möglich herauszufinden, was Sie mögen oder nicht, obwohl Sie gar nicht irgendeinen Like-Button genutzt haben. Denn Facebook liest über den Like- oder Sharebutton ständig mit, welche Webseiten und Themen Sie besuchen, oder welche Produkte Sie sich in Onlineshops ansehen. Dies geschieht völlig unbemerkt im Hintergrund. Es reicht völlig aus, dass die von Ihnen besuchte Webseite diese Buttons von Facebook eingebunden und aktiviert hat. Ab diesem Moment zeichnet Facebook jede Art von Besuchen auf und überträgt umfassende Daten von Ihnen zu deren Servern. Auch Ihre IP-Adresse wird dabei mit übertragen, anhand welcher Sie identifizierbar werden und somit ebenfalls für Facebook und die Werbeindustrie sehr interessant werden. Sie brauchen also nicht einmal aktiv ein “Gefällt mir” auf der Webseite zu hinterlassen. Was Sie sich ansehen ist schon längst erfasst und Ihrer Person zugeordnet. Und das wirklich interessante dabei ist, dass Sie nicht mal ein Facebook-Konto benötigen, damit Facebook Ihre Daten abgreift und ein Profil um Sie herum entwickelt. Auch und gerade Nutzer, die kein eigenes Facebook-Konto besitzen, werden über diese Schnittstelle ausspioniert. 

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Der Europäische Gerichtshof setzt ein klares Zeichen für Datenschutz

Künftig sind Seiten und Portale, welche Facebooks Like-Button verwenden, verpflichtet von den Nutzern der Webseite vorher eine Einwilligung einzuholen. Das bedeutet, dass diese Funktion bei dem Besuch einer Webseite abgeschaltet sein muss, und der Nutzer erst gefragt werden muss, ob diese Funktion aktiviert werden soll. Damit wird unterbunden, dass ungefragt oder vielmehr unwissentlich Daten des Nutzers an Facebook & Co. übertragen werden. Zudem stellt der Europäische Gerichtshof klar, dass die Einbindung eines Facebook-Like-Buttons auf einer Webseite dazu führt, dass auch der Webseitenbetreiber für die Erhebung der Daten mit verantwortlich ist. Lediglich für die Nutzung der Daten und deren Weiterverwendung (beispielsweise im Kontext der Werbeauslieferung) ist Facebook allein zuständig. Damit verbunden muss der Nutzer darüber aufgeklärt werden

Auch deutsche haben bereits die offiziellen Share- und Like-Tools für unzulässig erklärt

Auch die deutschen Gerichte (beispielsweise das LG Düsseldorf) haben den Einsatz der “offiziellen” Tools zum Sharen und Liken von Facebook & Co. aus Datenschutzgründen für unzulässig erklärt. 

Das bedeutet, dass Inhaber von Fanpages (EuGH Urteil von 2018) und Webseitenbetreiber mit Like-Button (EuGH Urteil Juli 2019) für Datenschutzverstöße mit verantwortlich sind und abgemahnt werden können. 

Wir raten vom Einsatz solcher Buttons ausdrücklich ab!

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