Webdesigner vs. Homepage-Baukasten

Homepage-Baukästen haben ihre Berechtigung.

Gleich zu Beginn. Das ist kein Artikel vor dem Hintergrund eines verzweifelten “alles ist so schlecht” Hilferufs einer Webdesignagentur. Ganz im Gegenteil. Wir erklären Ihnen, warum wir Homepage-Baukästen durchaus empfehlen können,  warum Webdesigner trotzdem erforderlich sind und bleiben, und wir klären auch, wann für Sie der richtige Schritt zu einem erfahrenen Webdesigner sinnvoll erscheint. In Zeiten von sehr leistungsstarken und günstigen Homepage-Baukästen, welche Sie überall zu wirklich günstigen Konditionen angeboten bekommen, stellt sich natürlich für jeden die Frage, ob die Beauftragung eines Webdesigners überhaupt Sinn erbringt. Warum mehr Geld ausgeben, wenn man doch lt. einschlägiger Werbung “die eigene Homepage schon ab 1,00 EUR im Monat” bekommen kann.

Web design software

Wie fuktionieren Homepagebaukästen?

In der Regel erhalten Sie nach Buchung eines entsprechenden Homepagepaketes direkt Zugang zu einem Online-Tool Ihres Providers. Sie können sich einfach eine eigene Domäne reservieren und gleich mit dem Einführungskurs beginnen. Meistens starten die Baukästen mit Fragebögen anhand derer abgefragt wird welchem Gewerbe Sie nachgehen und ob Sie ein Ladenlokal oder einen Online-Shop betreiben. Dazu kommen dann möglicherweise noch konkrete Angaben wie der Name Ihres Unternehmens, Ihren Kontaktdaten und Adressdaten.

Danach geht es dann auch schon recht bald damit los, dass Ihnen der Homepage-Baukasten schon die ersten Vorschläge für eine fertige Webseite anzeigt. 

Diese Vorschläge (Layouts) sind von Ihrem Provider bereits vorbereitete Webseiten, die aus einigen Unterseiten (Startseite, Kontakt, Über uns etc.) besteht. Grundsätzlich haben Sie auch die Wahl zwischen mehreren Layouts und Farben. Sie können sich also recht schnell für ein bestehendes Design entscheiden und direkt zur Weiterverarbeitung nutzen. Schnell können Sie diese vorgefertigten Webseiten mit Ihren eigenen Bildern, Farben und Texten per Drag & Drop bestücken. Eine Arbeit, die mit ein wenig Erfahrung von Text- und Bildbearbeitung recht schnell von der Hand geht. Sie werden sicherlich kein Studium benötigen um den Hompage-Baukasten Ihrer Wahl schnell bedienen, um damit Ihre Webseite einrichten zu können. Fertig!

Mit nur einem Mausklick können Sie dann Ihre persönliche Webseite veröffentlichen und warten dann nur noch auf die ersten Anfragen Ihrer künftigen Geschäftspartner. Für alles haben Sie etwa 8 Arbeitsstunden benötigt und Sie selber sind von Ihrem Ergebnis mehr als begeistert. Endlich die eigene Homepage im Netz.

Gratulation. Für den Anfang nicht schlecht. Immerhin ein Anfang!

Und das meinen wir wirklich ernst. Ihre eigene Webseite ist die Schaltzentrale für Ihre künftige Kundenkommunikation und Online-Werbung Ihres Unternehmens. Mögliche Kunden können sich hier alle möglichen Informationen über Ihr Unternehmen abrufen, Ihre Kontaktdaten einsehen und auch via Formular zu Ihnen Kontakt aufnehmen. Sie können Ihre Produkte und Dienstleistungen beschreiben, Bilder dazu einfügen und teilweise, sofern Sie eine Shop-Option dazu gebucht haben, direkt über Ihre Webseite verkaufen. 

Warum also überhaupt einen Webdesigner beauftragen?

Bei der Beauftragung von Fachleuten ist es wie immer eine Frage des Know-hows, welches benötigt wird. Wir vergleichen die Frage mal mit dem Einsatz eines Steuerberaters. Auch hier gibt es Online-Tools, mit welchen Sie Ihre Steuererklärung mit ein wenig Zeit selber erstellen und auch sogleich digital bei Ihrem Finanzamt einreichen können. Für Privatleute sicherlich eine bequeme und kostengünstige Art seine Steuerangelegenheiten zu regeln. Durch den Einsatz von solchen “digitalen Steuerhelfern” wurden jedoch die klassischen Steuerberater nicht obsolet. Ganz im Gegenteil. Die Berufsgruppe ist nach wie vor sehr gefragt und muss keineswegs um Kunden buhlen. Dafür ist das Steuerrecht gerade für Unternehmer*innen zu komplex, als dass man sich im Detail mit den einzelnen Vorschriften und Gesetzen befassen kann. Hier sind  Fachleute gefragt, die Ihren Job richtig gut können, um für Sie das beste Ergebnis zu erzielen.

Ähnlich verhält es sich beim Einsatz eines Webdesigners. 

Für einen erfolgreichen Internetauftritt benötigen Sie früher oder später jemanden, der es versteht Ihre Webseite so zu gestalten, dass nicht nur die Optik eine Rolle spielt, sondern vielmehr die Vermarktung Ihres Unternehmens und damit der Umsatz im Vordergrund steht. Damit ist eine ganzheitliche Beratung gemeint. Es ist halt nicht so einfach, wie man es in der Werbung oft suggeriert bekommt. Die viel umworbene  “persönliche Betreuung” vieler Großanbieter von Homepage-Baukästen endet nämlich an ganz vielen wichtigen Stellen. Und damit meinen wir so ziemlich die wichtigsten Stellen, die es beim Einsatz einer Unternehmenswebseite zu beachten gibt.

Nachfolgend einige Fragen die Sie sich irgendwann stellen sollten?

Die essentiellen Fragen rund um Ihren Webauftritt!

Mit einer Webseite gehen Sie immer auch rechtliche Verpflichtungen ein. Hierzu sollten Sie zum Beispiel wissen, wie Sie ein rechtssicheres Impressum erstellen und rechtskonform in Ihre Webseite einbinden. Gleiches gilt auch für die datenschutzrelevanten Themen wie der Datenschutz Grundverordnung (DSGVO). Was muss in Ihre Datenschutzerklärung, wo muss diese platziert werden und wie platziere ich dazu noch einen rechtskonformen Cookie-Hinweis. Wie binde ich eigentlich ein YouTube Video datenschutzrechtlich auf meiner Webseite ein? Wer informiert Sie, wenn sich die rechtlichen Voraussetzungen ändern?

Nach unserer Auffassung ist die größte Herausforderung für Sie und auch für gute Webdesigner, dass Ihre Webseite inhaltlich so aufbereitet wird, dass zumindest die Grundregeln von Google für ein gutes Ranking eingehalten werden. Wenn Ihnen Begriffe wie Google Search Console, XML Sitemap, FOLLOW, NOFOLLOW, robots.txt, Schema.org, Rich Snippets, Google Analytics, Google My Business und damit verbunden SEO Optimierung nichts sagen, dann brauchen Sie jemanden, der sich damit auskennt. Für Ihr Unternehmen ist nichts wichtiger als eine solide Suchmaschinenoptimierung. Nur so besteht die Chance Ihre Kontakte zu möglichen Kunden zu erhöhen. Hier gibt es eine ganze Menge Details zu beachten, die den textlichen Rahmen an dieser Stelle sprengen würden. Aber dazu braucht es halt einen Fachmann. 

 

Mit Ihrer Webseite haben Sie das Grundgerüst für Ihren digitalen Vertrieb gebaut. Aber wie können Sie nun alles miteinander vernetzen? Wie gelangen die Abonnenten der sozialen Netzwerke auf Ihre Webseite und umgekehrt? Gibt es eine Strategie, welche Sie online verfolgen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen? Wer misst den Erfolg Ihrer Strategie?

Können Sie sich von Ihren Mitbewerbern erfolgreich absetzen? Kennen Sie Mittel und Wege um beurteilen zu können, wie erfolgreich Ihr Unternehmen im Internet ist um daraus Potential für weitere Schritte ableiten zu können?

Sie haben die Google Anzeigen schon gesehen, wissen aber nicht wie man diese erfolgreich schaltet? Sie möchten dazu natürlich wissen, wie erfolgreich Ihre Kampagne war, und was man machen kann, um noch gezielter werben zu können?

Welcher Schritt ist also der richtige?

Diese Frage, welcher Schritt für Sie nun der richtige ist, richtet am langen Ende immer nach Ihren Ambitionen und Ihrem Budget. Start-up-Unternehmen haben in der Regel ein Liquiditätsproblem. Gelder werden zunächst in den Aufbau des Unternehmens gesteckt um dann den geregelten Geschäftsbetrieb aufnehmen zu können. So kann es sein, dass am Ende nicht mehr so viel Geld für einen umfassenden Webauftritt da ist. Erstmal muss wieder Geld in die Kasse gespült werden. 

Auf der anderen Seite gelingt ein guter Start erst mit dem erforderlichen Webauftritt. Ihre Webseite ist schließlich der Dreh- und Angelpunkt Ihres Business. Ohne durchdachtes Online-Marketing wird es schwer sich dauerhaft vom Wettbewerb abzusetzen.

Grundsätzlich bleiben wir aber dabei. Es ist nicht falsch einen Homepage-Baukasten zu benutzen. Zumal Sie hier auch die ersten Erfahrungen sammeln, und dann zu einem späteren Schritt viel besser verstehen zu können, wo die Grenzen einer solchen Lösung liegen. 

Einen abschließenden Tipp haben wir aber dennoch, und können uns einen nett gemeinten Seitenhieb an einen der größten Internetanbieter nicht verkneifen.

Wenn Ihnen in der Werbung versprochen wird, dass Sie einen persönlichen Berater erhalten, so mag dies vielleicht auf die Kundenbetreuung zutreffen. Aber es sollte sich von alleine verstehen, dass Sie in einem Call-Center und nicht bei Webdesignern landen. Lesen Sie unsere Fragenliste erneut durch, und konfrontieren Sie Ihren Berater mit diesen Themen. Nur so erfahren Sie wie persönlich und umfassend der persönliche Berater wirklich ist.